Ratgeber · Google Unternehmensprofil
Von einem Tag auf den anderen ist das Profil nicht mehr auffindbar, im Konto steht «gesperrt» oder «deaktiviert», und das Telefon klingelt weniger. Das passiert regelmässig, auch Betrieben, die nichts falsch gemacht haben. Wichtig ist, was du in den ersten Tagen tust – und vor allem, was du lässt.
Was zuerst zu tun ist
Lege keinen neuen Eintrag an. Das ist der Reflex, und er macht alles schlimmer. Ein zweiter Eintrag für denselben Betrieb gilt als Duplikat und kann dazu führen, dass auch der neue gesperrt wird. Der bestehende Eintrag ist nicht gelöscht, er ist nur unsichtbar, und die Bewertungen hängen daran.
Ändere nichts am Profil, solange der Grund unklar ist. Jede Änderung während einer laufenden Prüfung verlängert sie.
Notiere, was du kurz vorher geändert hast. In sehr vielen Fällen ist genau das der Auslöser: neuer Name, neue Adresse, neue Kategorie, eine neue Website.
Die häufigsten Gründe
Adresse ohne tatsächlichen Betrieb. Postfach, Domiziladresse, Coworking-Platz ohne eigene Beschriftung, die Wohnung eines Mitarbeitenden. Google verlangt eine Adresse, an der wirklich jemand für den Betrieb arbeitet und die von aussen erkennbar ist.
Firmenname mit Zusätzen. «Müller Sanitär – Notdienst 24h Zürich» ist kein Firmenname, sondern Werbung. Keywords im Namen sind einer der meistgenutzten Sperrgründe, und das Risiko steht in keinem Verhältnis zum kurzfristigen Ranking-Gewinn.
Mehrere Einträge für dasselbe Geschäft. Ein Betrieb, eine Adresse, ein Eintrag. Für getrennte Standorte je einer, aber nicht für jede Dienstleistung ein eigener.
Verdacht auf gekaufte Bewertungen. Wenn in kurzer Zeit viele Bewertungen aus ähnlichen Konten eintreffen, reagiert Google auf das Profil, nicht nur auf die Bewertungen.
Branche mit erhöhter Prüfung. Schlüsseldienste, Handwerksnotdienste, Umzüge, Kliniken, Rechts- und Finanzberatung werden strenger kontrolliert, weil dort am meisten Missbrauch stattfindet.
Besitzerwechsel ohne saubere Übergabe. Wird ein Profil von einem Konto auf ein anderes gezogen, ohne dass die Daten zusammenpassen, fällt es auf.

Der Ablauf der Wiederherstellung
Zuerst bringst du das Profil in einen Zustand, der den Regeln entspricht. Firmenname exakt wie im Handelsregister, ohne Zusätze. Adresse so, wie sie am Gebäude steht. Kategorie passend zum Hauptgeschäft. Telefonnummer, die zum Betrieb gehört, keine Weiterleitung auf eine Zentrale.
Dann reichst du den Antrag auf Wiederherstellung ein. Dort beschreibst du den Betrieb sachlich: was ihr macht, seit wann, wer dahintersteht.
Dann legst du Belege bei. Das ist der Teil, der entscheidet. Hilfreich sind Handelsregisterauszug, Mietvertrag oder Grundbuchauszug für die Adresse, eine aktuelle Rechnung eines Versorgers mit Firmenname und Adresse, Fotos der Beschriftung am Gebäude, Fotos von Fahrzeugen oder Arbeitskleidung mit Logo.
Dann wartest du. Die Prüfung dauert meist einige Tage bis wenige Wochen. Nachfassen bringt in dieser Zeit nichts und startet die Prüfung im schlechtesten Fall neu.
Wird abgelehnt, kannst du erneut einreichen. Dann aber mit zusätzlichen Belegen, nicht mit denselben.
Was du nicht tun solltest
Keinen zweiten Eintrag anlegen. Keine zweite Adresse hinterlegen, nur um durchzukommen. Keine Belege verändern. Keine Bewertungen in dieser Phase einsammeln, das verstärkt den Verdacht. Und nicht mehrere Anträge parallel über verschiedene Konten stellen.
Was du in der Zwischenzeit machen kannst
Die Sperre betrifft nur Google. Andere Kanäle laufen weiter, und gerade jetzt sind sie wertvoll: Apple Maps, local.ch, search.ch, Bing Places und die eigene Website. Wer dort sauber eingetragen ist, verliert in der Sperrzeit deutlich weniger Anfragen.
Nutze die Zeit auch, um die Angaben überall anzugleichen. Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf allen Plattformen identisch sein. Das hilft nicht nur jetzt, sondern auch bei der Wiederherstellung.
Vorbeugen ist einfacher als zurückholen
Firmenname ohne Zusätze. Eine echte Adresse. Ein Eintrag pro Standort. Bewertungen gleichmässig statt stossweise. Zugriff über ein Firmenkonto, nicht über eine Privatadresse. Wer das einhält, wird selten gesperrt.
Was wir dabei übernehmen
Wo steht dein Betrieb heute?
Wir führen solche Wiederherstellungen regelmässig durch und wissen, welche Belege in welcher Reihenfolge wirken. Wenn dein Eintrag gesperrt ist, melde dich, bevor du etwas änderst – die ersten Schritte entscheiden darüber, wie lange es dauert.