Ratgeber · Google Bewertungen
Die unangenehme Antwort zuerst: eine Bewertung wird nicht gelöscht, weil sie falsch ist. Sie wird gelöscht, wenn sie gegen Googles Richtlinien verstösst. Das sind zwei verschiedene Dinge, und wer das verwechselt, meldet monatelang erfolglos. Dieser Artikel zeigt, wo die Grenze liegt und was in jedem Fall wirkt.
Wann Google eine Bewertung entfernt
Die Chance ist gut, wenn einer dieser Punkte zutrifft.
Die Bewertung hat nichts mit deinem Betrieb zu tun. Eine Rezension über ein anderes Geschäft, über die Parkplatzsituation im Quartier oder über eine politische Meinung gehört nicht zum Eintrag.
Sie enthält Beleidigungen, Hassrede oder Obszönitäten.
Sie enthält personenbezogene Daten. Der volle Name einer Mitarbeiterin, eine Telefonnummer, eine Adresse.
Sie ist Werbung. Rezensionen, die auf ein anderes Unternehmen verweisen oder einen Link setzen.
Sie stammt erkennbar nicht von einem Kunden. Mehrere Bewertungen desselben Kontos für Betriebe quer durch die Schweiz, Konten ohne Verlauf, ein Schwall negativer Bewertungen innert Stunden.
Sie kommt von einem Konkurrenten oder einem ehemaligen Mitarbeitenden. Das ist ein Interessenkonflikt und verstösst gegen die Richtlinien.
Wann Google sie stehen lässt
Eine schlechte Erfahrung bleibt stehen. Auch wenn du sie anders erinnerst. Auch wenn der Kunde unfair war. Auch wenn ein Stern ohne Text vergeben wurde – ein Stern allein ist erlaubt.
Das gilt ebenso, wenn jemand über eine Leistung schreibt, die ihr gar nicht erbracht habt. Dort hast du nur eine Chance, wenn du belegen kannst, dass die Person nie Kundin war, und selbst dann meldet Google das oft als Meinungssache ab.

So meldest du eine Bewertung
Melde sie direkt an der Rezension über das Menü neben dem Beitrag.
Wähle den Grund, der tatsächlich zutrifft. Das ist die wichtigste Entscheidung im ganzen Vorgang. Wer «unangemessen» wählt, weil nichts Besseres dasteht, bekommt eine Absage. Wer «Interessenkonflikt» wählt und belegen kann, dass der Verfasser für die Konkurrenz arbeitet, kommt durch.
Melde einmal, nicht fünfmal. Mehrfachmeldungen beschleunigen nichts.
Rechne mit einigen Tagen. Bleibt die Bewertung stehen, kannst du über den Support nachhaken und dort zusätzliche Hinweise liefern.
Dokumentiere alles. Screenshot der Bewertung, Datum, Verfassername, dein Meldegrund. Wenn ein ganzer Schwall kommt, ist diese Sammlung das, was den Unterschied macht.
Wenn sie stehen bleibt
Dann ist die Antwort das Werkzeug, nicht die Löschung. Und sie wirkt stärker, als die meisten denken: Gelesen wird sie von den nächsten Kunden, nicht vom Verfasser.
Antworte sachlich und kurz. Keine Rechtfertigung über fünf Absätze, keine Gegenangriffe, keine Details aus dem Kundenverhältnis.
Antworte zeitnah, aber nicht im ersten Ärger. Ein Tag Abstand verbessert jede Antwort.
Biete einen Weg nach draussen an. Eine Telefonnummer oder Mailadresse, über die sich die Sache klären lässt.
Und dann sorge dafür, dass sie untergeht. Eine einzelne schlechte Bewertung zwischen sechs guten fällt kaum auf. Zwischen acht Bewertungen insgesamt dagegen schon. Der schnellste Weg aus einer schlechten Durchschnittsnote ist nicht das Löschen, sondern das Einsammeln echter Bewertungen.
Rechtlich: wann es ernst wird
Wenn eine Bewertung unwahre Tatsachenbehauptungen enthält, nicht nur eine Meinung, dann ist das in der Schweiz unter Umständen eine Persönlichkeitsverletzung. «Die Beratung war schlecht» ist eine Meinung. «Die Firma hat meine Anzahlung behalten» ist eine Tatsachenbehauptung, die stimmt oder nicht stimmt.
In solchen Fällen lohnt sich eine juristische Einschätzung, bevor du Google anschreibst. Wir sind keine Anwälte und geben hier keine Rechtsberatung; was wir aus der Praxis sagen können, ist, dass eine anwaltliche Aufforderung in klaren Fällen schneller wirkt als das Meldeformular.
Häufige Fehler
Alle negativen Bewertungen melden. Das fällt auf und schwächt die Meldungen, die berechtigt sind.
Bewertungen kaufen, um den Schnitt zu retten. Das ist der schnellste Weg zur Sperrung des ganzen Profils.
Nur die schlechten beantworten. Wer ausschliesslich auf Kritik reagiert, wirkt defensiv. Antworte auf alle, kurz.
Den Verfasser öffentlich blossstellen. Selbst wenn du recht hast, verliert das jeder, der zuschaut.
Was wir dabei übernehmen
Wo steht dein Betrieb heute?
Wir prüfen, ob eine Bewertung überhaupt eine Chance auf Entfernung hat, melden sie mit dem richtigen Grund und sorgen parallel dafür, dass genug echte Bewertungen nachkommen. Letzteres ist in fast allen Fällen der wirksamere Hebel.