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Google Bewertungen bekommen: was in der Schweiz erlaubt ist und was wirklich wirkt

smt-LISTINGSLesezeit ca. 9 Minuten

Ein Garagenbetrieb im Kanton Luzern wollte endlich mehr Bewertungen. Also legte er am Empfang eine Schale mit Gutscheinen hin: fünf Franken Rabatt beim nächsten Service, wenn jemand eine Google-Bewertung hinterlässt.

Innerhalb von zwei Wochen kamen zwei Dutzend neue Bewertungen. Fast alle mit fünf Sternen, viele ohne Text, mehrere von Konten ohne Profilbild.

Dann verschwand ein Teil davon wieder. Und der Betrieb hatte zusätzlich ein Problem, von dem er nichts ahnte: Die Aktion war nicht nur ein Verstoss gegen die Google-Richtlinien, sie fiel in der Schweiz auch unter das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Bewertungen sind der Teil des Profils, bei dem der Abstand zwischen «viel bringt viel» und «das Richtige bringt viel» am grössten ist.

Was sind Google Bewertungen?

Google Bewertungen sind die Sterne und Texte, die Nutzer über ein Google-Konto zu einem Unternehmensprofil hinterlassen. Sie gehören zum Profil, nicht zur Website, und sie sind öffentlich, dauerhaft und vom Betrieb nicht löschbar.

Du kannst eine Bewertung nicht entfernen. Du kannst sie melden, wenn sie gegen die Richtlinien verstösst, und du kannst öffentlich darauf antworten. Das ist der gesamte Handlungsspielraum.

Genau deshalb ist der Weg, auf dem Bewertungen entstehen, wichtiger als jede Reparatur danach. Wer sauber einsammelt, braucht keine Löschstrategie.

Was im Ranking zählt: nicht nur die Zahl

Die verbreitete Vorstellung ist einfach: mehr Sterne, besseres Ranking. So einfach ist es nicht. Mehrere Eigenschaften wirken unterschiedlich stark und teilweise gegeneinander.

MerkmalWirkung auf SichtbarkeitWirkung auf die Kaufentscheidung
Anzahl Bewertungenmittel, mit abnehmendem Zusatznutzenmittel, als Signal für Grösse
Durchschnittsnotemittel, perfekte 5,0 wirkt eher misstrauischhoch
Gleichmässiger Zuflusshoch, zeigt einen aktiven Betriebgering, aber Aktualität zählt
Textlänge und Inhalthoch, liefert Begriffe zur Leistunghoch, konkrete Texte überzeugen
Antwortquote des Betriebsmittelhoch, besonders bei Kritik
Bewertungen auf anderen Plattformenmittel, über die Gesamtkonsistenzmittel

Der interessanteste Wert in dieser Tabelle ist der dritte. Zwanzig Bewertungen, die über ein Jahr verteilt eintreffen, sind für Google ein deutlicheres Zeichen für einen lebenden Betrieb als zwanzig Bewertungen an einem Dienstagnachmittag.

Eine Kampagnenspitze sieht in den Daten aus wie das, was sie meistens ist: eine Aktion. Ein gleichmässiger Zufluss sieht aus wie ein Unternehmen, das laufend Kunden bedient. Das zweite ist das Ziel.

Dieselben Texte zählen in der KI-Suche

Bewertungen sind längst nicht mehr nur Entscheidungshilfe für Menschen. ChatGPT, Perplexity und die KI-Antworten von Google formulieren Empfehlungen für «wer macht X in Y» aus denselben öffentlichen Quellen, aus denen auch die Kartendienste lesen.

Was dabei hilft, ist nicht die Sternzahl, sondern der Text. Eine Bewertung, in der steht «hat unsere Wärmepumpe in Zug innerhalb von zwei Tagen ersetzt», liefert einem Sprachmodell Leistung, Ort und Zeitraum in einem Satz. Zehn textlose Fünf-Sterne-Klicks liefern nichts davon.

Ein Beleg dafür ist Bing Places, über das die Websuche von ChatGPT läuft. Steht dein Betrieb dort mit anderen Grunddaten oder ganz ohne Bewertungen, fehlt der KI die zweite Quelle, die deine Google-Seite bestätigt. Im Zweifel nennt sie den Mitbewerber, bei dem beide Quellen dasselbe sagen.

Wie Bewertungen mit Kategorie, Grunddaten und Aktivität zusammenspielen, steht im Leitfaden zum Google Maps Ranking verbessern.

Gleichmässiger Zufluss gegen Kampagnenspitze im Bewertungsverlauf
Gleichmässiger Zufluss gegen Kampagnenspitze im Bewertungsverlauf

Was Bewertungen im Alltag bringen

Ein Treuhandbüro in der Zentralschweiz hatte vor dem Start eine Handvoll Bewertungen, alle mehrere Jahre alt. Das Angebot hatte sich seither verschoben, die Texte sprachen noch von Leistungen, die der Betrieb kaum mehr anbot.

Statt einer Aktion führte das Büro eine Routine ein: Bei jedem Jahresabschluss bekommt der Mandant nach der Schlussbesprechung eine kurze Nachricht mit dem direkten Bewertungslink. Nicht an alle gleichzeitig, sondern so, wie die Abschlüsse ohnehin anfallen.

Das Ergebnis war kein Sprung, sondern ein stetiger Zufluss über das ganze Jahr, mit Texten, die die heutigen Leistungen nennen. Und, der Teil, der im Alltag am meisten zählt: Die Bewertungen beantworten heute einen Teil der Fragen, die vorher am Telefon gestellt wurden.

Die fünf häufigsten Bewertungsfehler

Aus unseren Datenchecks, jeder mit einem Sofort-Fix.

Nur nach guten Terminen fragen. Wer gezielt nur zufriedene Kunden anspricht und unzufriedene überspringt, betreibt Vorauswahl. Google verbietet das ausdrücklich, und das Bild, das entsteht, ist nicht echt. Fix: alle fragen, nach demselben Anlass, ohne Ausnahme.

Eine Gegenleistung anbieten. Rabatt, Gutschein, Gratiskaffee, Verlosung. Fix: ersatzlos streichen. Der Anreiz ist nicht nötig, die Bitte reicht.

Alles auf einmal einsammeln. Die Kundenliste anschreiben und dreissig Bewertungen in einer Woche erzeugen. Fix: den Versand an einen wiederkehrenden Anlass koppeln, nicht an einen Stichtag.

Keine Antworten. Bewertungen laufen ein, niemand reagiert, auch nicht auf Kritik. Fix: eine feste Zeit pro Woche, zehn Minuten genügen meistens.

Nur Google im Blick. Auf Google dreissig Bewertungen, auf Bing, Apple Maps und den Branchenportalen keine einzige, teilweise nicht einmal ein Eintrag. Fix: zuerst prüfen, wo du überhaupt gelistet bist.

Wie dein Betrieb heute auf welcher Plattform dasteht, zeigt dir unser kostenloser Datencheck.

Rechtlich sauber fragen: die vier Bausteine

1 Der Anlass. Entscheide einmal, nach welchem Ereignis gefragt wird: nach der Montage, nach der Schlussrechnung, nach der Beratung, nach dem Jahresabschluss. Ein Anlass, für alle gleich. Das ist der ganze Trick hinter der Gleichmässigkeit: Wenn der Anlass regelmässig eintritt, tut es die Bitte auch.

2 Der Weg. Mach das Bewerten technisch einfach. Der direkte Link zum Bewertungsformular gehört in die Abschlussmail, in die Rechnungsmail, auf die Rückseite der Visitenkarte oder auf einen QR-Code am Empfang. Jeder Klick weniger ist eine Bewertung mehr.

3 Die Formulierung. Frag nach einer ehrlichen Rückmeldung, nicht nach einer guten. Zwei Sätze genügen: dass es dir hilft, und wofür. Wer schreibt «wir freuen uns über fünf Sterne», hat die Bewertung bereits gelenkt. Wer schreibt «schreib kurz, was wir für dich gemacht haben», bekommt genau die Texte, die in der Suche und in der KI-Antwort etwas wert sind.

4 Die Antwort. Jede Bewertung wird beantwortet, die guten in einem Satz, die kritischen in drei. Antworten sind der sichtbarste Beweis, dass hier jemand zuhört, und sie entscheiden bei Interessenten oft mehr als die Bewertung selbst.

Wer das bündeln will: Links, Vorlagen und den Überblick über alle eingehenden Bewertungen findest du im Tool unter app.semoto.ch/bewertungen.

Warum gekaufte und belohnte Bewertungen nicht funktionieren

Fünf Punkte, jeder mit Sofort-Fix.

Das UWG betrifft dich direkt. Das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb untersagt irreführende Angaben über das eigene Angebot. Eine erfundene oder erkaufte Bewertung ist genau das: eine Aussage über deine Leistung, die nicht auf einer echten Leistung beruht. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann zivilrechtlich und auf Antrag auch strafrechtlich verfolgt werden. Fix: alles entfernen, was Bewertungen an eine Gegenleistung koppelt, inklusive Aushänge und Mailvorlagen.

Google löscht ohnehin. Bewertungsmuster, die nicht zum Betrieb passen, werden erkannt und entfernt. Was bleibt, ist der Zeitaufwand und ein Profil, das in der Prüfung auffällt. Fix: statt Masse den Anlass aus Baustein 1 etablieren.

Gekaufte Bewertungen lesen sich wie gekaufte Bewertungen. Kein Ort, keine Leistung, kein Zeitbezug, dafür Superlative. Kunden erkennen das, und Sprachmodelle verwerten solche Texte kaum. Fix: in der Bitte nach dem konkreten Auftrag fragen.

Eine perfekte 5,0 schadet. Ein Profil ohne einzige kritische Stimme wirkt weniger glaubwürdig als eines mit einer guten Note und sichtbaren Antworten auf Kritik. Fix: kritische Bewertungen nicht bekämpfen, sondern sauber beantworten.

Das Risiko trifft den Falschen. Wird das Profil gesperrt, verlierst du nicht nur die unechten Bewertungen, sondern die gesamte Sichtbarkeit, meist genau dann, wenn du sie brauchst. Fix: Profil und Bewertungen so führen, dass sie jede Prüfung aushalten.

Ein Nachsatz: Auch das verbreitete Verfahren, Kunden zuerst intern zu fragen und nur die Zufriedenen auf Google weiterzuleiten, ist Vorauswahl. Die interne Umfrage ist erlaubt, als Filter vor der Bewertungsbitte nicht.

Von Hand oder mit Software

Von Hand ist das Fragen nicht das Problem, das Nachhalten ist es. Wer den Anlass aus Baustein 1 ernst nimmt, verschickt die Bitte laufend, prüft wöchentlich, was eingegangen ist, beantwortet jede Bewertung und schaut zusätzlich auf den anderen Plattformen nach.

Gerechnet über einen normalen KMU-Betrieb sind das etwa zwanzig bis dreissig Minuten pro Woche für Versand und Antworten, plus eine bis zwei Stunden pro Quartal, um die übrigen Plattformen durchzugehen. Macht übers Jahr grob zwanzig bis dreissig Stunden, verteilt auf viele kleine Handgriffe, von denen genau jene zuerst ausfallen, die am meisten bringen.

Über smt-LISTINGS laufen die Bewertungen aller Plattformen in einer Übersicht zusammen, der Bewertungslink ist hinterlegt, und neue Bewertungen melden sich, statt dass du sie suchst. Unsere Entwickler haben die Antwortvorlagen so angelegt, dass du sie anpasst statt sie zu schreiben. Nicht delegierbar bleibt der Teil, der es auch sein soll: die Bitte an den Kunden.

Woran du merkst, dass es wirkt

Nicht an der Gesamtzahl. Die steigt auch dann, wenn du es falsch machst.

Schau auf vier andere Dinge, frühestens nach acht Wochen:

Der Abstand zwischen den Bewertungen. Kommt alle paar Tage bis Wochen etwas rein, statt einmal im Quartal ein Schwall, läuft die Routine.

Der Anteil Bewertungen mit Text. Er sollte steigen. Textlose Sterne sind Beiwerk, Texte sind das Material, aus dem Suchmaschinen und KI-Antworten deine Leistung ableiten.

Die genannten Leistungen und Orte in den Texten. Nach einigen Wochen sollten dort die Begriffe auftauchen, mit denen deine Kunden suchen. Tun sie es nicht, ist die Formulierung der Bitte zu allgemein.

Das Verhältnis von Profilaufrufen zu Anrufen und Routenanfragen. Bewertungen wirken vor allem auf diesen Schritt, nicht auf die Aufrufe davor.

FAQ: Häufige Fragen

Wie bekomme ich überhaupt die ersten Bewertungen?

Frag die nächsten zehn Kunden, die ohnehin zufrieden sind, direkt nach dem Auftrag, und gib ihnen den Link mit. Keine Liste von früher anschreiben, das erzeugt genau die Spitze, die du nicht willst.

Darf ich meine Kunden aktiv um eine Bewertung bitten?

Ja. Die Bitte selbst ist erlaubt und erwünscht, bei Google wie rechtlich. Unzulässig wird es erst, wenn eine Gegenleistung dazukommt oder du vorauswählst, wen du fragst.

Darf ich einen Rabatt oder ein kleines Geschenk dafür geben?

Nein. Das verstösst gegen die Google-Richtlinien, und eine so erzeugte Bewertung ist eine erkaufte Aussage über deine Leistung. Genau dort greift das UWG.

Wie viele Bewertungen brauche ich?

Es gibt keine Zielzahl. Sinnvoll ist, in der Grössenordnung der sichtbaren Mitbewerber in deinem Ort zu liegen und laufend nachzulegen, statt einmal aufzuholen.

Was mache ich mit einer ungerechtfertigten Bewertung?

Erst öffentlich sachlich antworten, dann prüfen, ob sie gegen die Richtlinien verstösst, und sie nur in diesem Fall melden. Bewertungen, die bloss unangenehm sind, werden nicht entfernt.

Kann ich eine Bewertung löschen lassen?

Nicht selbst. Löschen kann nur der Verfasser oder Google nach einer Meldung. Der verlässliche Weg führt über neue, echte Bewertungen, die die alte nach unten rücken.

Zählen Bewertungen auf anderen Plattformen auch?

Für das Google-Ranking nicht direkt, für das Gesamtbild schon. Vor allem sorgen Einträge auf Bing, Apple Maps und Branchenportalen dafür, dass deine Angaben mehrfach bestätigt werden, und das wirkt in der KI-Suche.

Was ist mit Bewertungen von Mitarbeitenden oder Angehörigen?

Lassen. Es sind keine Kundenerfahrungen, Google erkennt den Zusammenhang häufig, und rechtlich gilt dasselbe wie für gekaufte Bewertungen.

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Nicht der grösste Player gewinnt, sondern der aktivste.

Bevor du anfängst, Bewertungen einzusammeln, lohnt sich der Blick darauf, wo du überhaupt gelistet bist und was dort zu deinem Betrieb steht. Unser Datencheck auf www.smt-listings.io/datencheck zeigt dir, auf welchen Plattformen du fehlst und wo sich deine Angaben widersprechen. Kostenlos, unverbindlich, ohne Zugänge.