Ratgeber · Local SEO

Google Unternehmensprofil Statistik: Discovery gegen Direct, und warum eine Zahl allein nichts sagt

smt-LISTINGSLesezeit ca. 9 Minuten

Ein Sanitärbetrieb im Kanton Luzern ruft an, weil er in seinem Profil eine Zahl gefunden hat. Aufrufe im letzten Monat. Die Frage am Telefon ist immer dieselbe: Ist das viel?

Die ehrliche Antwort lautet: Das weiss niemand. Nicht wir, nicht Google, und der Betrieb selbst auch nicht.

Eine absolute Zahl ohne Bezug ist keine Information. Sie wird erst dann eine, wenn du sie neben eine zweite stellst. Neben den Vormonat. Neben die Anrufe, die im selben Zeitraum eingegangen sind. Neben den Anteil der Leute, die deinen Namen gar nicht kannten.

Genau dort fängt die Statistik an, nützlich zu sein. Und genau dort hören die meisten auf zu schauen.

Was ist die Statistik im Google Unternehmensprofil?

Die Statistik im Google Unternehmensprofil, früher Insights genannt, ist die Auswertung, die Google dir über die Nutzung deines Eintrags zur Verfügung stellt: wie viele Leute dein Profil gesehen haben, über welche Suchen sie gekommen sind, mit welchen Begriffen, und was sie danach getan haben.

Sie liegt direkt im Profil, unter «Leistung». Du brauchst dafür kein zusätzliches Werkzeug und keinen Zugang zu Google Analytics. Es ist eine andere Datenquelle als die Website-Statistik, und sie misst andere Dinge.

Wichtig ist, was sie nicht ist. Sie ist kein Ranking-Bericht. Sie sagt dir nicht, auf welcher Position du bei einer bestimmten Suche stehst. Sie sagt dir, was passiert ist, nachdem jemand dich gesehen hat.

Direct und Discovery: die Unterscheidung, die alles trägt

Google teilt die Suchen, über die Leute auf deinem Profil landen, in Kategorien ein. Zwei davon sind die wichtigen.

Direct heisst: Jemand hat deinen Firmennamen oder deine Adresse eingegeben. Diese Person kannte dich bereits. Sie hat eine Visitenkarte, eine Empfehlung, ein Fahrzeug mit Beschriftung gesehen oder war schon einmal Kunde. Google hat dich dieser Person nicht vermittelt, es hat ihr nur den Weg gezeigt.

Discovery heisst: Jemand hat eine Leistung plus einen Ort gesucht, «Sanitär Notfall Luzern», und du bist dabei aufgetaucht. Diese Person kannte dich vorher nicht. Das ist Neugeschäft, und es ist der einzige Teil der Statistik, auf den Local SEO überhaupt einwirkt.

Daraus folgt eine Regel, die der ganze Artikel in einem Satz ist: Zwei Betriebe mit identischer Aufrufzahl können in völlig unterschiedlicher Lage sein. Der eine lebt von Leuten, die ihn schon kannten. Der andere gewinnt laufend neue dazu. Die Gesamtzahl sieht in beiden Fällen gleich aus.

Welcher Hebel den Discovery-Anteil bewegt, hängt vor allem an Kategorie, Standortdaten und Bewertungen. Das Zusammenspiel haben wir im Leitfaden zum Google Maps Ranking verbessern ausführlich beschrieben.

Dieselbe Frage stellt sich in der KI-Suche

Was in der Profilstatistik als Discovery auftaucht, ist dieselbe Art von Anfrage, die heute zunehmend an ChatGPT, Perplexity oder die Google-KI geht. «Wer macht X in Y», als Frage formuliert statt als Suchbegriff.

Diese Systeme zeigen dir keine Statistik. Sie liefern eine Antwort, und du erfährst nie, ob dein Betrieb darin vorkam. Der Discovery-Anteil im Google-Profil ist deshalb der nächstbeste Indikator, den du hast: Er misst, ob du bei Leistungssuchen überhaupt in Frage kommst, und das ist die Voraussetzung dafür, dass eine KI dich nennt.

Ein konkreter Beleg dafür ist Bing Places. Die Websuche von ChatGPT läuft darüber. Wer bei Google sauber kategorisiert ist und bei Bing gar nicht existiert, hat einen ordentlichen Discovery-Anteil im Profil und ist in der KI-Antwort trotzdem nicht vorhanden. Die Statistik ist ein Ausschnitt, nicht das ganze Bild.

Was das in der Praxis bedeutet

Ein Treuhandbüro aus unserem Bestand hatte über Monate stabile Aufrufzahlen und war zufrieden. Beim Datencheck haben wir die Statistik aufgeteilt: fast alles Direct. Die Zahl war stabil, weil die Stammkunden stabil waren. Über die Leistungssuche kam praktisch niemand dazu.

Aufteilung der Profilaufrufe nach Direct und Discovery
Aufteilung der Profilaufrufe nach Direct und Discovery

Nach der Korrektur der Hauptkategorie und der Ergänzung der Leistungen verschob sich die Verteilung spürbar Richtung Discovery, bei zunächst kaum veränderter Gesamtzahl. Die Gesamtzahl hätte den Fortschritt nicht gezeigt. Das Verhältnis hat ihn gezeigt.

Die fünf häufigsten Fehler beim Lesen der Statistik

Aus unseren Datenchecks, jeder mit einem Sofort-Fix.

Nur die Gesamtaufrufe anschauen. Die Summe ist der am wenigsten aussagekräftige Wert im ganzen Bericht. Fix: immer zuerst nach Direct und Discovery aufteilen.

Monate mit ungleich vielen Werktagen vergleichen. Ein Monat mit mehreren Feiertagen sieht schlechter aus, ohne dass etwas schlechter wäre. Fix: denselben Monat des Vorjahres danebenlegen, nicht nur den Vormonat.

Aufrufe und Handlungen getrennt betrachten. Aufrufe allein sagen nichts über Geschäft. Fix: Anrufe, Routenanfragen und Websiteklicks immer ins Verhältnis zu den Aufrufen setzen.

Den eigenen Namen googeln und das für eine Messung halten. Dazu gleich mehr. Fix: Statistik statt Selbstversuch.

Nach einer Änderung sofort nachschauen. Zwei Tage nach einer Kategorieanpassung ist nichts zu sehen, ausser Rauschen. Fix: vier bis acht Wochen warten, dann vergleichen.

Welche dieser Muster bei deinem Profil vorliegen, zeigt dir unser kostenloser Datencheck, ohne dass du uns einen Zugang geben musst.

Welche Kennzahl welche Frage beantwortet

Jeder Wert in der Statistik beantwortet genau eine Frage. Wer den Wert für etwas anderes heranzieht, liest ihn falsch.

KennzahlBeantwortet die FrageVerglichen womitBeantwortet nicht
Aufrufe gesamtWie oft wurde mein Eintrag gesehen?Vormonat und VorjahresmonatOb die richtigen Leute ihn gesehen haben
Anteil DirectWie stark lebe ich von Leuten, die mich schon kennen?eigener VormonatsanteilOb mein Local SEO wirkt
Anteil DiscoveryWerde ich bei Leistungssuchen gefunden?eigener VormonatsanteilAuf welcher Position ich stehe
SuchbegriffeMit welchen Worten findet man mich?den Worten, mit denen Kunden tatsächlich suchenWie häufig jede Suche insgesamt ist
AnrufeWie viele Leute greifen zum Hörer?Aufrufe im selben ZeitraumOb daraus ein Auftrag wurde
RoutenanfragenWie viele wollen physisch vorbeikommen?Aufrufe im selben ZeitraumOb sie auch gekommen sind
WebsiteklicksWie viele wollen mehr wissen?Aufrufe im selben ZeitraumWas auf der Website passiert ist
Aufrufe auf Google MapsKomme ich in der Kartensuche vor?Aufrufen in der Google-SucheWie die Nutzer unterwegs waren

Die vierte Spalte ist die wichtigste. Die meisten Fehlschlüsse entstehen nicht, weil jemand den falschen Wert liest, sondern weil er aus dem richtigen Wert die falsche Frage beantwortet haben will.

Die Monatsroutine: vier Schritte, zehn Minuten

Einmal im Monat, immer am gleichen Tag, immer in derselben Reihenfolge. Mehr braucht es nicht.

1 Zeitraum sauber setzen. Immer ganze Monate, nie «die letzten 30 Tage». Letzte Woche verschiebt sich sonst der Vergleichsrahmen jedes Mal, und du vergleichst Zeiträume, die nicht vergleichbar sind.

2 Direct und Discovery notieren. Nicht nur die Gesamtzahl, sondern beide Werte. Schreib sie in eine einfache Liste, eine Zeile pro Monat. Nach drei Monaten siehst du eine Richtung, nach sechs eine Entwicklung.

3 Das Verhältnis von Aufrufen zu Handlungen rechnen. Anrufe plus Routenanfragen plus Websiteklicks, geteilt durch die Aufrufe. Die absolute Höhe dieses Werts ist je nach Branche völlig unterschiedlich und mit keinem anderen Betrieb vergleichbar. Was zählt, ist die Richtung deines eigenen Werts über die Monate.

4 Die Suchbegriffe durchgehen und einen Schluss ziehen. Stehen dort die Leistungen, mit denen du Geld verdienen willst? Wenn ja, lass alles. Wenn nein, hast du eine Aufgabe für den Monat: Kategorie, Leistungen oder Beschreibung schärfen. Eine Änderung pro Monat, nicht fünf.

Wer mehrere Standorte führt, macht das nicht einzeln. In der Standortübersicht unter app.semoto.ch/statistik stehen die Werte aller Profile nebeneinander, mit dem Verlauf über die Monate. Unsere Entwickler haben dort bewusst Direct und Discovery getrennt ausgewiesen, weil die zusammengefasste Zahl in der Praxis zu den Fehlschlüssen führt, die oben stehen.

Warum das Googeln des eigenen Namens nichts misst

Fast jeder macht es. Firmennamen eingeben, schauen, ob man oben steht, und daraus einen Schluss ziehen. Fünf Gründe, warum dieser Schluss nicht trägt.

Du suchst nach deinem Namen, nicht nach deiner Leistung. Das ist per Definition eine Direct-Suche. Dass du bei deinem eigenen Namen erscheinst, ist keine Leistung, sondern die Grundfunktion. Sofort-Fix: Gib ein, was ein Kunde eingeben würde, Leistung plus Ort.

Deine Ergebnisse sind personalisiert. Google kennt deinen Standort, dein Suchverhalten und dein Konto. Du siehst nicht, was ein Fremder sieht. Sofort-Fix: Die Statistik zeigt dir, was tatsächlich passiert ist, nicht was dir angezeigt wird.

Du bist meist am Firmenstandort. Die Nähe zum Suchenden ist einer der stärksten Faktoren im lokalen Ranking. Direkt an der eigenen Adresse stehst du fast immer gut. Sofort-Fix: Beurteile Sichtbarkeit nie von deinem Schreibtisch aus.

Eine Suche ist eine Stichprobe von eins. Ergebnisse schwanken über den Tag, zwischen Geräten und zwischen Nutzern. Sofort-Fix: Monatswerte statt Einzelbeobachtungen.

Du siehst nur die Position, nicht das Verhalten. Selbst wenn du oben stehst, weisst du nicht, ob jemand geklickt oder angerufen hat. Sofort-Fix: Handlungen im Verhältnis zu Aufrufen lesen.

Von Hand oder mit Software

Für ein einzelnes Profil reicht die Statistik im Google-Profil völlig aus. Zehn Minuten im Monat, die vier Schritte oben, fertig. Dafür braucht niemand ein Werkzeug.

Der Aufwand entsteht an zwei Stellen. Erstens beim Verlauf: Google zeigt standardmässig nur einen begrenzten Zeitraum rückwirkend an. Wer eine Entwicklung über ein Jahr sehen will, muss die Werte selbst mitschreiben. Zweitens bei mehreren Standorten oder mehreren Plattformen. Drei Profile einzeln aufrufen, Werte abtippen, in eine Tabelle übertragen: pro Monat gut eine Stunde, und die Tabelle führt nach dem dritten Monat niemand mehr.

Über smt-LISTINGS läuft dieses Mitschreiben automatisch. Die Monatswerte stehen nebeneinander, der Verlauf bleibt erhalten, und die Aufteilung nach Direct und Discovery ist ohne Umrechnen sichtbar. Die zehn Minuten bleiben, die Stunde Fleissarbeit fällt weg.

Woran du merkst, dass es wirkt

Nicht an einer steigenden Gesamtzahl. Die kann aus einer Saison kommen, aus einem Zeitungsartikel oder aus einer Suche, die mit deinem Geschäft nichts zu tun hat.

Schau auf drei Dinge, über mindestens drei Monate:

Der Discovery-Anteil wächst, auch wenn die Gesamtzahl gleich bleibt. Das heisst, dass mehr von den Leuten, die dich sehen, dich vorher nicht kannten.

Das Verhältnis von Aufrufen zu Handlungen bleibt stabil oder steigt, während die Aufrufe zunehmen. Mehr Sichtbarkeit bei gleicher Qualität ist echtes Wachstum. Mehr Sichtbarkeit bei fallender Qualität heisst, du tauchst bei den falschen Suchen auf.

Die Suchbegriffe verschieben sich in Richtung deiner Leistungen. Nach einer guten Änderung stehen dort andere Worte als vorher.

FAQ: Häufige Fragen

Wie oft soll ich die Statistik anschauen?

Einmal im Monat, am gleichen Tag, mit ganzen Monaten als Zeitraum. Täglich hineinzuschauen erzeugt nur Rauschen und verleitet zu Änderungen, die zu schnell aufeinanderfolgen.

Was ist ein guter Discovery-Anteil?

Es gibt keinen allgemeingültigen Wert. Ein Notfalldienst lebt anders als ein Quartierladen mit Stammkundschaft. Massgeblich ist die Richtung deines eigenen Anteils über mehrere Monate, nicht ein Vergleich mit fremden Zahlen.

Warum stimmen Profilstatistik und Website-Statistik nicht überein?

Sie messen Unterschiedliches. Google zählt Klicks auf den Website-Link im Profil, dein Analysewerkzeug zählt geladene Seiten. Zwischen beidem liegen Abbrüche, Weiterleitungen und Blocker. Abweichungen sind normal.

Sind die Aufrufe gleichbedeutend mit Besuchern?

Nein. Dieselbe Person kann dein Profil mehrfach aufrufen. Die Zahl misst Aufrufe, nicht Personen.

Warum sehe ich keine Daten für den laufenden Monat?

Die Werte werden mit Verzögerung verarbeitet. Beurteile immer abgeschlossene Monate.

Wie lange dauert es, bis eine Änderung in der Statistik sichtbar wird?

Rechne mit vier bis acht Wochen. Alles darunter ist in der Regel Schwankungsbreite.

Zeigt die Statistik auch Apple Maps und Bing?

Nein, sie zeigt ausschliesslich Google. Für die anderen Plattformen brauchst du eine eigene Auswertung.

Starte mit dem kostenlosen Datencheck

Nicht der grösste Player gewinnt, sondern der aktivste.

Bevor du anfängst, Zahlen zu deuten, lohnt sich der Blick darauf, was heute auf welcher Plattform zu deinem Betrieb steht. Unser Datencheck unter www.smt-listings.io/datencheck zeigt dir, wo sich die Angaben widersprechen und welche Einträge dich bremsen. Kostenlos, unverbindlich, ohne Zugänge. --- semoto GmbH · Bahnhofstrasse 4 · 6340 Baar