Ratgeber · Local SEO
Eine Schreinerei in Aarau hatte ein vollständiges Profil. Dreissig Bilder, siebzig Bewertungen, Öffnungszeiten gepflegt, Beiträge alle zwei Wochen. Bei der Suche «Schreinerei Aarau» tauchte sie trotzdem nicht im Local Pack auf.
Der Grund stand in einer einzigen Zeile. Hauptkategorie: Bauunternehmen.
Google hatte den Betrieb korrekt eingeordnet, nur eben in das Rennen, das dieser Betrieb gar nicht laufen wollte. Jede einzelne der anderen Massnahmen zahlte auf die falsche Suche ein.
Die Kategorie kostet nichts, ist in dreissig Sekunden geändert und entscheidet trotzdem mehr als alles andere im Profil.
- Was die Haupt- und die Nebenkategorien tatsächlich steuern
- Warum «möglichst viele» die falsche Strategie ist
- Wie du in zehn Minuten die richtige Kategorie findest
- Was Kategorien mit deiner Sichtbarkeit in ChatGPT zu tun haben
- Die fünf Kategoriefehler, die wir in Datenchecks am häufigsten sehen
- Woran du erkennst, ob der Wechsel gewirkt hat
Was ist die Google-Kategorie?
Die Kategorie im Google Unternehmensprofil ist die Einordnung, mit der Google entscheidet, bei welchen Suchanfragen ein Betrieb überhaupt als Ergebnis in Frage kommt. Jedes Profil hat genau eine Hauptkategorie und bis zu neun Nebenkategorien.
Die Liste ist vorgegeben. Du kannst keine eigene Kategorie erfinden, du wählst aus mehreren tausend bestehenden aus.
Der entscheidende Punkt wird fast immer übersehen: Die Kategorie ist kein Etikett, das beschreibt, was du bist. Sie ist die Startaufstellung, die festlegt, bei welchen Rennen du antrittst.
Wer als Restaurant eingetragen ist, tritt bei der Suche «Pizzeria» nicht an. Egal wie gut die Pizza ist.
Haupt- und Nebenkategorie: der Unterschied
Die beiden wirken nicht gleich stark, und das ist der häufigste Denkfehler.
| Hauptkategorie | Nebenkategorie | |
|---|---|---|
| Anzahl | genau eine | bis zu neun |
| Gewicht im Ranking | sehr hoch | deutlich geringer |
| Steuert | das Kerngeschäft, bei dem du ernsthaft konkurrierst | zusätzliche Suchen, bei denen du mitlaufen kannst |
| Beeinflusst Funktionen | ja, zum Beispiel Speisekarte, Termine, Bestellbutton | kaum |
| Änderungsrisiko | hoch, Profil kann in Prüfung gehen | gering |
Die Hauptkategorie schaltet ausserdem Funktionen frei. Ein Restaurant bekommt Felder für Speisekarte und Reservation, eine Arztpraxis Felder für Terminbuchung, ein Hotel die Zimmerangaben. Wer die falsche Hauptkategorie hat, bekommt die falschen Werkzeuge und vermisst die richtigen, ohne zu wissen, warum sie fehlen.
Warum mehr Kategorien nicht besser sind
Die naheliegende Idee: möglichst viele Nebenkategorien setzen, dann ist man überall dabei.
Das Gegenteil passiert. Ein Profil, das gleichzeitig Schreinerei, Innenausbau, Küchenbau, Bodenleger, Fensterbauer, Möbelgeschäft und Bauunternehmen sagt, sendet kein klares Signal mehr. Google muss raten, was der Betrieb hauptsächlich macht, und rät im Zweifel konservativ.
Dazu kommt ein zweiter Effekt, den man erst in den Zahlen sieht. Wer bei Suchen auftaucht, die nicht zum Angebot passen, bekommt Aufrufe ohne Anrufe. Das Verhältnis von Aufrufen zu Kontaktaufnahmen verschlechtert sich, und dieses Verhältnis ist ein Signal.
Die Faustregel aus unseren Profilen: eine präzise Hauptkategorie und zwei bis vier Nebenkategorien, die tatsächlich abgerechnete Leistungen abbilden. Nicht mehr.
Dieselbe Zeile zählt in der KI-Suche
Kategorien entscheiden längst nicht mehr nur über Google Maps. ChatGPT, Perplexity und die Google-KI beantworten Fragen wie «wer macht X in Y» aus strukturierten Quellen, und die Kategorie ist das am klarsten strukturierte Feld, das es im Profil gibt.
Bei einer Freitextsuche muss ein System aus deiner Beschreibung erschliessen, was du anbietest. Bei der Kategorie muss es nichts erschliessen, dort steht es. Entsprechend schwer wiegt sie.
Ein Beispiel dafür ist Bing Places, über das die Websuche von ChatGPT läuft. Steht dort eine andere Kategorie als bei Google, widersprechen sich zwei Quellen über dasselbe Unternehmen. Im Zweifel nennt die KI den Mitbewerber, bei dem beide Quellen dasselbe sagen.
Deshalb gehört die Kategorie zu den Angaben, die überall identisch stehen müssen. Wie das mit den übrigen Grunddaten zusammenspielt, steht im Leitfaden zum Google Maps Ranking verbessern.

Die richtige Kategorie finden: zehn Minuten
Rate nicht, rechne nach. Vier Schritte.
1 Die drei besten Aufträge aufschreiben. Nimm die drei Aufträge des letzten Jahres, von denen du gern mehr hättest. Nicht die grössten, die besten.
2 Notieren, mit welchen Worten diese Kunden gesucht haben. Wenn du es nicht weisst, frag die nächsten drei. Ein Satz am Telefon genügt: wie haben Sie uns gefunden, was haben Sie eingegeben.
3 Diese Worte bei Google eingeben und schauen, wer im Local Pack steht. Dann bei den drei angezeigten Betrieben nachsehen, welche Hauptkategorie sie führen. Sie steht direkt unter dem Firmennamen im Profil. Das ist keine Spekulation, das ist ablesbar.
4 Die präziseste passende Kategorie wählen, nicht die breiteste. «Schreinerei» schlägt «Handwerker». «Physiotherapiepraxis» schlägt «Gesundheitsdienst». «Thai-Restaurant» schlägt «Restaurant», sofern es zutrifft.
Gibt es die exakt passende Kategorie nicht, nimm die nächstgelegene und bilde die Feinheit über die Leistungen und die Beschreibung ab. Erfinden kannst du nichts, und eine unpassende Kategorie zu wählen, weil sie populär klingt, ist ein Richtlinienverstoss.
Die fünf häufigsten Kategoriefehler
Aus unseren Datenchecks, jeder mit einem Sofort-Fix.
Zu breite Hauptkategorie. Dienstleister, Bauunternehmen, Geschäft. Fix: auf die konkrete Leistung wechseln, mit der du Geld verdienst.
Kategorie passt nicht mehr zum Betrieb. Das Angebot hat sich in drei Jahren verschoben, die Kategorie steht noch auf dem alten Schwerpunkt. Fix: einmal im Jahr prüfen, am besten beim Jahresabschluss.
Unterschiedliche Kategorien je Plattform. Bei Google Schreinerei, bei Bing Möbelgeschäft, im Branchenverzeichnis Innenausbau. Fix: eine Fassung festlegen und überall gleich führen.
Zu viele Nebenkategorien. Neun gesetzt, weil neun möglich sind. Fix: auf die zurückschneiden, die tatsächlich abgerechneten Leistungen entsprechen.
Kategorie und Firmenname widersprechen sich. Hauptkategorie Café, im Namen steht Bäckerei. Fix: Kategorie an das anpassen, was der Betrieb hauptsächlich tut, Namen unverändert nach Handelsregister lassen.
Welche Kategorien für deinen Betrieb heute auf welcher Plattform stehen, zeigt dir unser kostenloser Datencheck.
Was beim Wechseln zu beachten ist
Ein Kategoriewechsel ist eine strukturelle Änderung. Google prüft sie teilweise manuell, und das Profil kann für einige Tage in Prüfung gehen.
Drei Regeln dazu:
Ändere die Kategorie nicht am selben Tag wie Name oder Adresse. Mehrere grosse Änderungen gleichzeitig sind einer der häufigsten Auslöser für eine Sperrung.
Rechne mit einer Delle. In den ersten ein bis zwei Wochen nach dem Wechsel können die Aufrufe sinken, bevor sie steigen. Das ist normal und kein Grund, zurückzuwechseln.
Wechsle nicht hin und her. Wer dreimal im Quartal die Hauptkategorie tauscht, wirkt auf Google wie ein Betrieb, der nicht weiss, was er macht.
Von Hand oder mit Software
Bei Google ist die Kategorie in dreissig Sekunden geändert. Das ist nicht der Aufwand.
Der Aufwand entsteht dort, wo dieselbe Einordnung noch einmal gepflegt werden muss: Apple Maps, Bing Places, Branchenportale, Kartendienste. Jede Plattform hat eine eigene Kategorienliste mit eigenen Bezeichnungen. Von Hand sind das pro Wechsel ein bis zwei Stunden, verteilt auf Logins, die man genau einmal im Jahr braucht und deren Passwörter entsprechend selten griffbereit sind.
Über smt-LISTINGS setzt du die Kategorie einmal, und die Zuordnung auf die jeweilige Plattformliste passiert automatisch. Ein Wechsel ist damit eine Entscheidung statt eines Nachmittags.
Woran du merkst, dass es wirkt
Nicht an den Aufrufen. Die können zuerst sinken, weil du bei unpassenden Suchen aus dem Rennen gehst, und das ist gewollt.
Schau auf drei andere Werte, vier bis acht Wochen nach dem Wechsel:
Das Verhältnis von Aufrufen zu Anrufen und Routenanfragen. Es sollte steigen, weil die Leute, die dich jetzt sehen, besser passen.
Der Anteil Discovery an allen Suchen. Discovery heisst, jemand hat Branche plus Ort gesucht und dich gefunden. Genau diese Zahl bewegt die Kategorie.
Die Suchbegriffe in der Statistik. Dort steht, mit welchen Worten Leute im Profil gelandet sind. Nach einem guten Wechsel stehen dort andere Worte als vorher, und zwar die aus Schritt 2.
FAQ: Häufige Fragen
Wie oft darf ich die Kategorie ändern?
Technisch beliebig oft, sinnvoll höchstens einmal pro Jahr. Häufige Wechsel kosten Vertrauen und können eine Prüfung auslösen.
Wie viele Nebenkategorien soll ich setzen?
Zwei bis vier, die echten abgerechneten Leistungen entsprechen. Neun zu setzen, nur weil neun möglich sind, schwächt das Signal.
Kann ich eine eigene Kategorie anlegen?
Nein. Die Liste ist vorgegeben. Fehlt die passende, nimm die nächstgelegene und bilde die Feinheit über Leistungen und Beschreibung ab.
Wie finde ich heraus, welche Kategorie mein Mitbewerber hat?
Sie steht in seinem Profil direkt unter dem Firmennamen, in der Suche und in Maps sichtbar. Dafür braucht es kein Werkzeug.
Verliere ich Bewertungen, wenn ich die Kategorie wechsle?
Nein. Bewertungen hängen am Profil, nicht an der Kategorie.
Wie lange dauert es, bis der Wechsel wirkt?
Die Änderung ist meist innerhalb von Tagen aktiv. Bis sich das Ranking eingependelt hat, vergehen eher vier bis acht Wochen.
Was passiert, wenn ich eine Kategorie wähle, die nicht zutrifft?
Das ist ein Richtlinienverstoss. Im besten Fall wird die Kategorie entfernt, im schlechteren das Profil gesperrt.
Starte mit dem kostenlosen Datencheck
Nicht der grösste Player gewinnt, sondern der aktivste.
Bevor du die Kategorie wechselst, lohnt sich der Blick darauf, was heute auf welcher Plattform zu deinem Betrieb steht. Unser Datencheck zeigt dir, wo sich die Angaben widersprechen und welche Einträge dich bremsen. Kostenlos, unverbindlich, ohne Zugänge.