Ratgeber · Local SEO
Du tippst deinen Firmennamen bei Google ein. Rechts erscheint ein Kasten mit Adresse, Telefonnummer und einem Foto, das du nie hochgeladen hast. Irgendwo steht «Inhaber dieses Unternehmens?».
Das ist dein Google Unternehmensprofil. Es existiert, und es gehört dir trotzdem nicht.
Google legt solche Einträge automatisch an, aus Daten, die irgendwo im Netz stehen. Bis jemand nachweist, dass er dahinter steht, kann der Betrieb nichts daran ändern. Die Öffnungszeiten stimmen nicht, die Kategorie ist geraten, und Fremde dürfen Fragen beantworten.
Diese Anleitung zeigt dir, wie du das Profil übernimmst, verifizierst und so einrichtest, dass es ab dem ersten Tag arbeitet.
- Was ein Google Unternehmensprofil ist und was es nicht ist
- Wie du prüfst, ob für deinen Betrieb schon eines existiert
- Welcher Verifizierungsweg in der Schweiz wie lange dauert
- Warum dieselben Angaben neu auch in ChatGPT und Co. zählen
- Die fünf Gründe, warum die Verifizierung scheitert
- Woran du nach vier Wochen merkst, dass es wirkt
Was ist ein Google Unternehmensprofil?
Das Google Unternehmensprofil ist der kostenlose Eintrag, mit dem ein Betrieb in der Google-Suche, in Google Maps und in der Google-KI erscheint. Es enthält Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Kategorie, Leistungen, Bilder, Bewertungen und Beiträge.
Früher hiess das Ganze Google My Business. Die alte Oberfläche gibt es nicht mehr, verwaltet wird das Profil heute direkt in der Suche und in Maps.
Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Dingen, die oft verwechselt werden. Der Eintrag kann ohne dein Zutun entstehen, Google erzeugt ihn aus öffentlichen Quellen. Das Profil gehört dir erst, wenn du es beansprucht und verifiziert hast.
Solange der zweite Schritt fehlt, bist du in Google sichtbar, aber nicht handlungsfähig.
Zuerst prüfen, dann anlegen
Der häufigste Fehler beim Start ist, ein neues Profil anzulegen, obwohl längst eines existiert. Dann gibt es zwei. Beide teilen sich Bewertungen, Aufrufe und Signale, und beide bleiben schwach.
Prüf das in dieser Reihenfolge:
- Firmenname plus Ort bei Google suchen. Erscheint ein Kasten rechts oder ein Pin auf der Karte, gibt es den Eintrag.
- In Google Maps zusätzlich die alte Adresse suchen, falls du umgezogen bist. Alte Standorte bleiben oft als eigener Pin stehen.
- Nach früheren Firmierungen suchen. Eine Einzelfirma, die später zur GmbH wurde, hinterlässt meistens zwei Datensätze.
- Nach dem Namen ohne Rechtsform suchen, und mit.
Findest du etwas, beanspruchst du es. Findest du nichts, legst du neu an. Nur in dieser Reihenfolge.
Wird dir angezeigt, dass jemand anders das Profil bereits verwaltet, etwa eine frühere Agentur oder ein ausgeschiedener Mitarbeiter, kannst du den Zugriff anfordern. Google schickt der eingetragenen Person eine Anfrage. Reagiert sie sieben Tage nicht, kannst du die Übernahme selbst abschliessen.
Die Verifizierung: Wege und Dauer
Verifizierung heisst: Google will den Beweis, dass der Betrieb an dieser Adresse wirklich existiert. Welche Wege angeboten werden, entscheidet Google anhand von Branche, Adresse und Historie. Du kannst es dir nicht aussuchen.
| Weg | Wie es läuft | Typische Dauer |
|---|---|---|
| Video | Du filmst Umgebung, Eingang, Innenraum und ein Arbeitsmittel in einem Zug | wenige Tage |
| Postkarte | Google schickt einen Code an die Geschäftsadresse | ein bis drei Wochen |
| Telefon oder SMS | Code an die hinterlegte Geschäftsnummer | sofort |
| Code an eine Adresse auf der eigenen Domain | sofort | |
| Live-Videoanruf | Termin mit einer Person bei Google | nach Terminlage |
Der Videoweg ist inzwischen der häufigste und der, bei dem am meisten schiefgeht. Drei Dinge entscheiden:
Das Video muss in einem Zug aufgenommen werden, ohne Schnitt und ohne Pause. Es muss die Verbindung zwischen aussen und innen zeigen, also Strassenschild oder Hausnummer, dann der Eingang, dann hinein. Und es muss belegen, dass du dort arbeitest: Kasse öffnen, Werkzeug zeigen, Terminkalender aufschlagen.
Wer nur den Innenraum filmt, fällt durch. Wer das Video abbricht und neu ansetzt, auch.
Ohne Ladenlokal, also bei Handwerk, Lieferdiensten und mobilen Dienstleistern, filmst du den Firmensitz samt Beschriftung, das beschriftete Fahrzeug und die Arbeitsmittel. Die Adresse blendest du danach im Profil aus und setzt stattdessen ein Einzugsgebiet.
Die sieben Felder, die den Unterschied machen
Beim Anlegen fragt Google viel ab. Sieben Angaben wiegen schwerer als der Rest.
1 Firmenname
Genau so, wie er im Handelsregister steht, also nach der Zefix-Firmierung. Keine Zusätze. «Müller AG» ist richtig, «Müller AG – Schreinerei Aarau» ist ein Verstoss gegen die Richtlinien und ein häufiger Sperrgrund.
2 Hauptkategorie
Das ist der stärkste Hebel im ganzen Profil. Sie entscheidet, bei welchen Suchen du überhaupt antrittst. So präzis wie möglich wählen: «Schreinerei» statt «Handwerker», «Physiotherapiepraxis» statt «Gesundheitsdienst». Nebenkategorien danach ergänzen, aber sparsam.
3 Adresse
Schreibweise festlegen und ab jetzt überall identisch verwenden. Strasse oder Str., mit oder ohne Abkürzung, das ist nicht egal.
4 Telefonnummer
Eine Nummer, ein Format, am besten international mit +41. Dieselbe Nummer wie auf der Website und auf der Rechnung.
5 Öffnungszeiten
Vollständig, inklusive Mittagspause, falls es eine gibt. Kantonale Feiertage kommen später dazu, aber die Grundzeiten müssen beim Start stimmen.
6 Website
Die Adresse, auf der die Leistung steht, nicht zwingend die Startseite. Bei einem Standortbetrieb die Startseite, bei mehreren Standorten die jeweilige Standortseite.
7 Beschreibung
750 Zeichen. Erster Satz: Leistung und Ort. Zweiter Satz: für wen. Dritter Satz: Besonderheit. Das Gründungsjahr kommt ans Ende oder gar nicht vor, denn danach sucht niemand.
Dieselben Daten zählen in der KI-Suche
Diese Angaben entscheiden längst nicht mehr nur über Google Maps. ChatGPT, Perplexity und die Google-KI beantworten Fragen wie «wer macht X in Y» aus denselben strukturierten Quellen.
Ein Beispiel dafür ist Bing Places. Lange ein Nebenschauplatz, heute läuft die Websuche von ChatGPT darüber. Wer dort fehlt oder mit abweichenden Daten steht, kommt in der KI-Antwort nicht vor.
Dazu kommt die Konsistenz. Steht deine Adresse auf drei Plattformen unterschiedlich, kann die KI nicht sicher sein, dass es dieselbe Firma ist. Also nennt sie den Mitbewerber mit den sauberen Daten.
Deshalb lohnt es sich, die sieben Felder oben einmal sauber festzulegen, bevor du sie an zehn Stellen verteilst. Mehr dazu steht im Leitfaden zum Google Maps Ranking verbessern.
Warum die Verifizierung scheitert

Aus unseren Datenchecks kennen wir fünf Gründe, jeder mit einem Sofort-Fix.
Zusatz im Firmennamen. Keywords oder Ort im Namen. Fix: auf die Zefix-Firmierung zurücksetzen und neu einreichen.
Adresse ohne Nachweis. Virtuelles Büro, Coworking-Platz oder c/o-Adresse. Fix: entweder eine Adresse mit nachweisbarem Mietverhältnis verwenden oder auf ein Profil ohne Adresse mit Einzugsgebiet umstellen.
Video ohne Aussenaufnahme. Fix: neu drehen, Strassenschild oder Hausnummer zuerst, dann hinein, ohne Schnitt.
Zu viele Änderungen auf einmal. Name, Adresse und Kategorie am selben Tag geändert, kurz vor oder nach der Verifizierung. Fix: Änderungen über zwei Wochen verteilen.
Doppeltes Profil im Hintergrund. Fix: das alte Profil suchen und zusammenführen lassen, nicht löschen. Beim Löschen gehen die Bewertungen verloren.
Findest du den Grund nicht? Unser kostenloser Datencheck zeigt dir, welche Einträge zu deinem Betrieb existieren, wo sie sich widersprechen und welche Dubletten im Hintergrund mitlaufen.
Von Hand oder mit Software
Das Google-Profil allein legst du in gut einer Stunde an. Die Verifizierung kostet dich zehn Minuten plus Wartezeit.
Der Aufwand entsteht danach, und zwar nicht bei Google. Damit die Daten wirken, müssen sie auf Apple Maps, Bing Places und in den Verzeichnissen deiner Branche identisch stehen. Von Hand sind das 8 bis 15 Stunden Ersteinrichtung pro Standort, verteilt auf über 50 Logins, danach laufend 3 bis 6 Stunden pro Monat.
Der grösste Zeitfresser ist die Wiederholung. Eine neue Telefonnummer heisst fünfzigmal einloggen, ändern, speichern.
Über smt-LISTINGS pflegst du eine Quelle, und eine Änderung landet über direkte Verbindungen auf 40 bis 50 Portalen, je nach Plattform in fünf Minuten bis 24 Stunden. Widersprüche können so gar nicht entstehen. Was bleibt, ist der inhaltliche Teil: 30 bis 60 Minuten pro Monat für Beiträge und Bewertungen.
Woran du merkst, dass es wirkt
Vier Wochen nach der Verifizierung öffnest du die Statistik im Profil und schaust dir drei Werte an: Aufrufe, Anrufe und Routenanfragen.
Interessanter als die Summe ist das Verhältnis von Discovery zu Direct. Direct heisst, jemand hat gezielt deinen Firmennamen gesucht. Discovery heisst, jemand hat Branche plus Ort gesucht und dich gefunden.
Direct hast du vorher auch gehabt. Discovery ist das, was durch das Profil dazukommt. Diese Zahl ist der Beleg.
Prüf die Werte einmal im Monat, nicht einmal in der Woche. Darunter siehst du Rauschen statt Trend.
FAQ: Häufige Fragen zum Google Unternehmensprofil
Wie lange dauert es, bis mein Google Unternehmensprofil sichtbar ist?
Nach erfolgreicher Verifizierung erscheinen die Daten meistens innerhalb weniger Tage. Bis das Profil in Branchensuchen regelmässig auftaucht, vergehen eher vier bis zwölf Wochen, abhängig von Konkurrenz und Vollständigkeit.
Was kostet ein Google Unternehmensprofil?
Nichts. Anlegen, Verifizieren und Pflegen sind kostenlos. Kosten entstehen nur durch Arbeitszeit oder durch Software, die diese Arbeitszeit ersetzt.
Kann ich ein Profil ohne Ladenlokal anlegen?
Ja. Du verifizierst über den Firmensitz, blendest die Adresse danach aus und setzt ein Einzugsgebiet. Begrenz es auf die Orte, in denen du tatsächlich arbeitest. Ein zu grosses Gebiet schwächt die Relevanz überall darin.
Was mache ich, wenn jemand anders mein Profil verwaltet?
Zugriff anfordern. Google benachrichtigt die eingetragene Person. Reagiert sie sieben Tage nicht, kannst du übernehmen.
Darf ich meinen Ort in den Firmennamen schreiben?
Nein. Nur die tatsächliche Firmierung ist erlaubt. Zusätze sind einer der häufigsten Sperrgründe.
Brauche ich eine Website für das Profil?
Nein, das Profil funktioniert auch ohne. Mit Website und identischen Angaben im Footer wirkt es aber stärker, weil deine eigene Seite bestätigt, was die Verzeichnisse sagen.
Was ist der Unterschied zwischen Google My Business und Google Unternehmensprofil?
Nur der Name und die Oberfläche. Google My Business war die alte, separate Verwaltung. Verwaltet wird heute direkt in Suche und Maps.
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Nicht der grösste Player gewinnt, sondern der aktivste.
Bevor du ein Profil anlegst, lohnt sich der Blick darauf, was zu deinem Betrieb heute schon im Netz steht. Unser Datencheck zeigt dir, welche Einträge existieren, wo sie sich widersprechen und welche Dubletten dich bremsen. Kostenlos, unverbindlich, ohne Zugänge.