Ratgeber · Local SEO
Es ist der 27. Dezember, kurz nach zehn. Jemand sucht auf dem Handy nach einer Garage, einer Apotheke, einem Coiffeur. Bei drei Betrieben steht «Offen», bei deinem auch. Die Person fährt hin. Die Tür ist zu.
Dieser Mensch kommt nicht nächste Woche wieder. Er ruft den nächsten an.
Das Ärgerliche daran: Der Fehler ist nicht am 27. Dezember entstanden. Er ist entstanden, als jemand im November dachte, das mache man dann später.
Sonderöffnungszeiten sind die einzige Angabe im Profil, die rückwirkend nicht mehr zu retten ist. Jede falsche Stunde ist eine Enttäuschung, die bereits stattgefunden hat.
- Warum Sonderöffnungszeiten etwas anderes sind als normale Öffnungszeiten
- Wie du Feiertage einmal für zwölf Monate hinterlegst statt zwölfmal einzeln
- Wie du mit kantonal unterschiedlichen Feiertagen umgehst, ohne zu raten
- Was passiert, wenn Website, Google-Profil und Verzeichnisse sich widersprechen
- Die fünf Fehler, die wir bei Öffnungszeiten in Datenchecks am häufigsten sehen
Was sind Sonderöffnungszeiten?
Sonderöffnungszeiten sind datumsgebundene Ausnahmen von deinen regulären Öffnungszeiten, die im Google Unternehmensprofil separat hinterlegt werden und für den jeweiligen Tag die Wochenangabe überschreiben. Sie gelten für genau ein Datum, nicht für einen Wochentag.
Der Unterschied ist wichtiger, als er klingt. Deine regulären Öffnungszeiten sagen «Donnerstag 08:00 bis 18:00». Der 1. Januar ist aber auch ein Wochentag, und ohne Ausnahme behauptet dein Profil an diesem Tag fröhlich, dass du offen hast.
Google zeigt die Angabe dann nicht als neutrale Information an, sondern als Status: «Offen», «Schliesst gleich», «Geschlossen». Das ist kein Hinweis, das ist ein Versprechen. Und es steht direkt neben der Route und der Telefonnummer, also genau dort, wo die Entscheidung fällt.
Wer keine Ausnahme hinterlegt, gibt dieses Versprechen trotzdem ab. Nur eben ein falsches.
Wie Google mit Feiertagen umgeht
Google kennt die gängigen Feiertage und fragt im Profil aktiv nach, ob du an diesem Tag offen hast. Das sieht nach einer Erinnerung aus und ist auch eine. Das Problem ist, worauf sich diese Erinnerung stützt.
| Reguläre Öffnungszeiten | Sonderöffnungszeiten | |
|---|---|---|
| Bezug | Wochentag | ein konkretes Datum |
| Gültigkeit | bis du sie änderst | nur dieser eine Tag |
| Vorausplanung | nicht nötig | bis zwölf Monate im Voraus möglich |
| Wirkung im Profil | Grundraster | überschreibt das Grundraster |
| Wenn nichts hinterlegt ist | gilt weiter | der Wochentag gilt, also meist falsch |
| Kantonale Unterschiede | nicht abgebildet | musst du selbst setzen |
Die letzte Zeile ist der Schweizer Knackpunkt. Es gibt nur eine Handvoll Feiertage, die überall gelten, der 1. August gehört dazu. Alles andere ist kantonal, teilweise sogar kommunal geregelt, und ein Datum, das in deinem Kanton ein Ruhetag ist, kann zwanzig Minuten weiter ein ganz normaler Arbeitstag sein.
Verlass dich deshalb nicht darauf, dass die Abfrage im Profil vollständig ist. Sie ist ein Angebot, keine Checkliste. Massgebend ist die offizielle Feiertagsliste deines Standortkantons, bei mehreren Filialen die Liste jedes einzelnen Standortkantons.
Dieselbe Angabe entscheidet in der KI-Suche
Öffnungszeiten sind eines der wenigen Felder, die KI-Antworten direkt weitergeben. Auf «hat heute noch etwas offen in meiner Nähe» antwortet ein Sprachmodell nicht mit einer Linkliste, sondern mit einem Satz. In diesem Satz steckt eine Behauptung über dich, und die stammt aus strukturierten Daten.
Dabei zählt nicht nur, was bei Google steht. Die Websuche von ChatGPT läuft über Bing, und Bing Places führt einen eigenen Datensatz zu deinem Betrieb. Stehen dort andere Zeiten als bei Google, widersprechen sich zwei Quellen über dasselbe Unternehmen.
Ein Mensch würde in diesem Fall anrufen. Ein System tut das nicht. Es wählt eine Quelle aus, oder es wählt einen Betrieb, bei dem alle Quellen dasselbe sagen. Welche Angabe gezeigt wird, entscheidet dann ein Algorithmus und nicht du.
Genau deshalb sind Öffnungszeiten kein Detail am Rand, sondern Teil derselben Datenbasis wie Name, Adresse und Kategorie. Wie diese Bausteine zusammenwirken, steht im Leitfaden zum Google Maps Ranking verbessern.

Was es bringt, wenn die Zeiten stimmen
Ein Autogewerbe-Betrieb aus der Zentralschweiz hat die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr jahrelang so gehandhabt, wie es viele tun: Zettel an die Tür, Hinweis auf der Startseite, Rest mündlich. Im Profil blieb die normale Woche stehen.
Angerufen haben trotzdem Leute. Nur eben, um zu fragen, ob offen sei. Diese Anrufe kamen auf das Mobiltelefon des Inhabers, der zu diesem Zeitpunkt nicht im Betrieb war, und jeder einzelne war eine Unterbrechung ohne Auftrag dahinter.
Nachdem die Sonderöffnungszeiten für das ganze Jahr hinterlegt waren, hörten diese Anrufe auf. Nicht weil weniger Leute suchten, sondern weil die Frage schon beantwortet war, bevor sie gestellt wurde.
Das ist der eigentliche Nutzen. Korrekte Öffnungszeiten bringen dir keine neuen Kunden. Sie verhindern, dass du bestehende an einer geschlossenen Tür verlierst, und sie nehmen dir Rückfragen ab, die niemandem etwas bringen.
Die fünf häufigsten Fehler bei Öffnungszeiten
Aus unseren Datenchecks, jeder mit einem Sofort-Fix.
Nur bei Google gepflegt. Google ist aktuell, Bing Places steht auf dem Stand von vorletztem Jahr, das Branchenverzeichnis auf gar keinem. Fix: alle Plattformen in einem Durchgang gleichziehen, nicht nacheinander über Monate.
Mittagspause nicht abgebildet. Im Profil steht 08:00 bis 18:00, real ist zwischen 12:00 und 13:30 niemand da. Fix: zwei Zeitfenster pro Tag anlegen, das ist vorgesehen.
Website und Profil widersprechen sich. Auf der Kontaktseite stehen die Zeiten von vor dem letzten Personalwechsel. Fix: die Zeiten auf der Website als Pflichtpunkt in dieselbe Routine aufnehmen.
Feiertag aus dem falschen Kanton übernommen. Besonders bei Betrieben mit mehreren Standorten oder bei Vorlagen, die aus dem Nachbarkanton stammen. Fix: pro Standort die Liste des jeweiligen Kantons zugrunde legen.
Betriebsferien gar nicht hinterlegt. Zwei Wochen zu, im Profil durchgehend offen. Fix: Betriebsferien gleich behandeln wie Feiertage, sie sind technisch dasselbe.
Welche Öffnungszeiten heute auf welcher Plattform zu deinem Betrieb stehen, zeigt dir unser kostenloser Datencheck.
Der Jahresdurchgang: vier Schritte
Die Arbeit lohnt sich nur, wenn du sie einmal machst und dann ein Jahr Ruhe hast. Vier Schritte, etwa eine Stunde.
1 Die Feiertage deines Kantons zusammenstellen. Nimm die offizielle Liste deines Standortkantons für die nächsten zwölf Monate. Bei mehreren Filialen: eine Liste pro Standort. Nichts aus dem Gedächtnis ergänzen.
2 Pro Datum entscheiden, nicht pro Feiertag. Für jedes Datum nur zwei Fragen: offen oder geschlossen, und wenn offen, mit welchen Zeiten. Verkürzte Tage sind der häufigste Fall und werden am häufigsten vergessen, etwa der 24. und der 31. Dezember.
3 Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr einzeln eintragen. Das sind keine Feiertage, und genau deshalb fragt dich auch niemand danach. Trage jeden dieser Tage einzeln ein, auch die, an denen du normal offen hast. Eine ausdrückliche Angabe «offen» wirkt im Profil anders als gar keine Angabe.
4 Betriebsferien und bekannte Ausnahmen gleich mitnehmen. Sommerferien, Inventartag, Weiterbildung, Firmenanlass. Alles, was du heute schon weisst, gehört in denselben Durchgang.
Danach prüfst du dasselbe noch einmal auf der Website und in den übrigen Verzeichnissen. Im Tool pflegst du Öffnungszeiten und Ausnahmen zentral unter app.semoto.ch/unternehmensdaten und verteilst sie von dort.
Warum das trotzdem liegen bleibt
Fünf Gründe, jeder mit einem Sofort-Fix.
Es fühlt sich nicht dringend an. Im Oktober ist der 25. Dezember weit weg. Fix: einen festen Termin im Jahr setzen, am besten gekoppelt an etwas, das ohnehin stattfindet.
Die Zuständigkeit ist unklar. Marketing denkt, der Betrieb macht es, der Betrieb denkt, das sei Marketing. Fix: eine Person namentlich eintragen, nicht eine Abteilung.
Niemand weiss, wo die Zugänge liegen. Das Profil hat vor drei Jahren jemand eingerichtet, der nicht mehr da ist. Fix: Zugänge einmal sauber übertragen, bevor es eilig wird.
Es sind zu viele Plattformen. Google, Bing, Apple, Verzeichnisse, Website. Fix: zentral pflegen statt plattformweise, siehe nächster Abschnitt.
Es wurde im Dezember gemacht und dann vergessen. Nächstes Jahr fängt es von vorn an. Fix: gleich zwölf Monate hinterlegen, nicht nur die laufende Woche.
Von Hand oder mit Software
Bei Google sind Sonderöffnungszeiten schnell gesetzt. Rechne mit zwanzig Minuten für ein Jahr, wenn du die Feiertagsliste bereits vor dir hast.
Der Aufwand entsteht danach. Bing Places, Apple, Kartendienste, Branchenverzeichnisse, dazu die eigene Website: Jede Plattform hat ein eigenes Eingabefeld, eine eigene Logik für Ausnahmen, und bei einigen gibt es Sonderöffnungszeiten gar nicht, dort musst du die Angabe anders lösen. Von Hand sind das realistisch zwei bis drei Stunden pro Jahr, verteilt auf Logins, die man genau einmal im Jahr braucht und deren Passwörter entsprechend selten griffbereit sind.
Über smt-LISTINGS trägst du die Ausnahmen einmal ein, und die Verteilung auf die angeschlossenen Plattformen läuft automatisch. Unsere Entwickler haben die Eingabe so gebaut, dass du ein Datum, einen Status und bei Bedarf zwei Zeitfenster setzt, mehr nicht. Aus einer Stunde pro Jahr wird damit ein Nachmittag weniger.
Woran du merkst, dass es wirkt
Nicht an den Aufrufen. Öffnungszeiten verändern nicht, wie oft du gefunden wirst, sondern was danach passiert.
Schau auf drei Dinge:
Die Rückfragen. Wenn im Dezember niemand mehr anruft, um zu fragen, ob offen sei, ist die Information angekommen.
Die Bewertungen nach Feiertagen. «Stand vor verschlossener Tür, obwohl bei Google offen stand» ist eine Bewertung, die es ohne diesen Fehler nicht gibt. Bleibt sie aus, funktioniert es.
Die Übereinstimmung zwischen den Plattformen. Gib deinen Firmennamen plus Ort in zwei verschiedene Suchen ein und vergleiche, welche Zeiten gezeigt werden. Stimmen sie überein, muss kein Algorithmus mehr entscheiden, welche Quelle er dir glaubt.
FAQ: Häufige Fragen
Wie weit im Voraus kann ich Sonderöffnungszeiten hinterlegen?
Im Google Unternehmensprofil bis zu zwölf Monate. Genau das ist der Grund, die Feiertage in einem einzigen Durchgang zu erledigen statt Monat für Monat.
Muss ich Tage eintragen, an denen ich ganz normal offen habe?
Zwischen Weihnachten und Neujahr ja. Dort rechnen Leute mit einer Schliessung, und eine ausdrückliche Angabe beantwortet die Frage, bevor sie entsteht.
Woher weiss ich, welche Feiertage für mich gelten?
Aus der offiziellen Feiertagsliste deines Standortkantons. Feiertage sind in der Schweiz kantonal geregelt, teils sogar auf Gemeindeebene. Übernimm keine Liste aus einem anderen Kanton und keine aus dem Gedächtnis.
Was mache ich bei Filialen in verschiedenen Kantonen?
Jedes Profil bekommt die Feiertage seines eigenen Standortkantons. Eine gemeinsame Liste für alle Standorte führt zwangsläufig bei einem Teil der Filialen zu falschen Angaben.
Schadet es dem Ranking, wenn die Zeiten falsch sind?
Direkt lässt sich das nicht beziffern. Indirekt schon: Nutzersignale, Rückfragen und negative Bewertungen wirken auf dasselbe Profil, und widersprüchliche Angaben zwischen Plattformen schwächen die Datenbasis.
Was ist mit Betriebsferien?
Technisch dasselbe wie ein Feiertag. Trage den gesamten Zeitraum als Ausnahme ein, nicht nur den ersten Tag.
Wie halte ich die Zeiten auf der Website synchron?
Am einfachsten, indem du sie an genau einer Stelle pflegst und von dort ausspielst. Wenn das nicht geht, nimm die Website als festen Punkt in denselben Jahresdurchgang auf.
Gilt das auch für Mittagspausen?
Ja. Zwei Zeitfenster pro Tag sind vorgesehen. Eine durchgehende Angabe, obwohl über Mittag geschlossen ist, erzeugt dieselbe Enttäuschung wie ein falscher Feiertag, nur häufiger.
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Nicht der grösste Player gewinnt, sondern der aktivste.
Bevor du die Feiertage einträgst, lohnt sich der Blick darauf, welche Öffnungszeiten heute auf welcher Plattform zu deinem Betrieb stehen. Unser Datencheck zeigt dir, wo sich die Angaben widersprechen und welche Einträge dich bremsen. Kostenlos, unverbindlich, ohne Zugänge.